Stand: Oktober 2016

1. Vorwort

 Es gibt in Deutschland mehr als 300 Ausbildungsberufe und noch mal so viele Studiengänge, da fällt die Wahl des richtigen Berufes nicht leicht.

Als Realschule haben wir uns zum Ziel gemacht, unsere Schüler auf dem Weg zu dieser wichtigen Entscheidung bestmöglich zu begleiten. Nur wer allumfassend informiert ist und möglichst viele Alternativen kennt, kann sich bewusst festlegen.

Mit ihrem Angebot zur Berufswahlorientierung erfüllt die Diedrich-Uhlhorn-Realschule neben ihrem allgemeinbildenden Auftrag eine weitere zentrale Aufgabe.

Der berufsfeldbezogene Unterricht in unterschiedlichen Formen befähigt die Schülerinnen und Schüler am Ende der Sekundar-stufe I selbstbewusst und begründet eine Berufswahlentscheidung zu treffen.

Berufsvorbereitende Unterrichtsinhalte werden von der Wirtschaft im Allgemeinen und von den produzierenden Unternehmen, den Handwerksbetrieben und dem Dienstleistungsgewerbe im Rhein-Kreis-Neuss eingefordert, so dass berufliche Themenschwer-punkte in den schuleigenen Lehrplänen der Fächer Deutsch,

Politik und Sozialwissenschaften fest verankert sind.

Zentrale Maßnahmen der Berufswahlorientierung an der Diedrich-Uhlhorn-Realschule sind Schülerbetriebspraktikum, Beratungs- und Informationsveranstaltungen sowie Berufsorientierungscamps bzw. -seminare.

Die Berufswahlreife der Schülerinnen und Schüler ist deshalb das Ergebnis eines sechsjährigen Lern- und Entwicklungsprozesses, der in Klasse 5 beginnt und mit dem Erreichen der Fachober-schulreife einen ersten Abschluss findet.

Das Berufswahlkonzept versteht sich als ein offenes, dynamisches Konzept, das im Lehrerteam sowie durch außerschulische Kooperationen weiterentwickelt und den sich

verändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst wird.

 

2. Leitlinien der Berufswahlvorbereitung

 

2.1  Realerfahrungen ermöglichen/Praktikum

Das Betriebspraktikum ermöglicht den SchülerInnen Realerfahrungen zu sammeln, die sie je nach Eignung und Interesse sowie betrieblichen Voraussetzungen in den Arbeits- und Produktionsabläufen der Betriebe einbindenkönnen, ohne sich zu überfordern. Im Praktikum lernen die SchülerInnen, für überschaubare Bereiche auf Zeit selbständig Verantwortung zu übernehmen. Das Praktikum steht deshalb im Zentrum der Berufswahlorientierung.

2.2  SchülerInnen individuell beraten

Die individuelle Beratung der SchülerInnen erfolgt durch professionelles Personal verschiedener Einrichtungen und Institutionen.
An dieser Stelle seien Informationstage durch die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, Besuche des Berufsinformationszentrums, Betriebserkundungstage, Bewerbertrainings und Informationsabende über weiterführende Schulen beispielhaft genannt. Außerdem kann jeder Schüler und jede Schülerin jederzeit Hilfe der Berufswahlkoordinatorin der Diedrich-Uhlhorn-Realschule in Anspruch nehmen.

 2.3  Erfahrungen dokumentieren

Trotz des simulierten „Ernstcharakters“ der Situation im Praktikum soll den SchülerInnen ermöglicht werden, in einem „geschützten Raum“ jenseits des bloßen Funktionierens im Beruf ihre Erfahrungen zu dokumentieren und zu reflektieren. Dies erfolgt mittels einer Praktikumsmappe, deren Beurteilung in die Politiknote einfließt. Reflektiert werden hier nicht nur die vielfältigen Erfahrungen innerhalb des Praktikums, sondern auch das Praktikum als (möglicher?) Kontrast zum schulischen Alltag.

Wie werden Selbst- und Fremdbestimmungsmöglichkeiten von den SchülerInnen empfunden: Selbstbestimmung im Praktikum, Fremdbestimmung in der Schule? Oder doch eher umgekehrt? Oder ist die ganze Sache noch komplizierter?

2.4  Krisen bewältigen, Potenziale stärken

Die Berufswahlorientierung vermittelt Jugendlichen nicht nur funktionales Wissen und funktionale Qualifikationen, sondern nimmt ihre Gesamtsituation bei der Arbeitsplatzsuche in den Blick: Sprachliche Defizite bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund oder Ängste vor drohender Arbeitslosigkeit sind oft scheinbar unüberwindliche Hindernisse bei einer erfolgreichen Ausbildungsplatzsuche.

Die Berufswahlvorbereitung an der Diedrich-Uhlhorn-Realschule engagiert sich deshalb durch Training und Beratung in der Krisen- und Konfliktbewältigung und gibt Hilfen bei der immer schwieriger werdenden Lebensplanung von Kindern und Jugendlichen. Dazu stehen Mitarbeiter der Mobilen Jugendhilfe Grevenbrioch, Lehrer sowie die Berufswahlkoordinatorin beratend zur Verfügung.

2.5  Lern- und Kommunikationskultur pflegen

 Die dargelegten Leitlinien sind nur innerhalb einer dialogischen Lern- und Kommunikationskultur zu verwirklichen, die die Jugendlichen als Lernpartner mit ihren Nöten und Sorgen ernst nimmt. Nicht eine Kultur des Belehrens, sondern die Möglichkeit zu gemeinsamem Lernzuwachs von LehrerInnen und SchülerInnen muss deshalb im Vordergrund stehen. So lernt der den Schüler im Betrieb betreuende Lehrer von den Experten vor Ort. Die vertauschten Rollen können „starre Fronten“ aufbrechen.

Viele der betreuenden LehrerInnen sind überrascht, wie SchülerInnen, die im Unterricht wenig Interesse und Leistungsbereitschaft zeigen, an ihrem Praktikumsplatz selbständig und selbstbewusst agieren.

So wächst durch das Praktikum insbesondere bei schulmüden SchülerInnen, aber auch bei den sie betreuenden LehrerInnen der Mut, die anstehenden Aufgaben im schulischen Bereich gemeinsam anzugehen und zu bewältigen, um schließlich den von den Schülern angestrebten Bildungsabschluss zu erreichen.

Im Anschluss an das Praktikum stellen die SchülerInnen im Rahmen eines zweitägigen Projektes den SchülerInnen der achten Jahrgangsstufe ihre Erfahrungen vor.

2.6 Schule öffnen

Die Berufswahlorientierung ist ohne eine Öffnung der Diedrich-Uhlhorn-Realschule nach außen nicht durchführbar. SchülerInnen besuchen außerschulische Lernorte, externe Partner besuchen die SchülerInnen in der Schule. Die nachhaltige Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern ermöglicht den SchülerInnen einen Blick „über den Tellerrand“ der Schule hinaus und schärft somit den Blick für ihre Zukunftsplanung.

3. Aufbau des Berufsorientierungskonzeptes

 „Durch die Berufswahlvorbereitung sollen Schülerinnen und Schüler so gefördert werden, dass sie selbständig und eigenverantwortlich sachkundige Entscheidungen im Prozess ihrer Berufswahl treffen können.“

  • Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen (Duale Ausbildung)
  • Besuch von berufsbildenden Schulen (Schulische Ausbildung)
  • Besuch einer gymnasialen Oberstufe (Abitur) 

Ziele

  • Klasse 8 und 9:
    „Ich werde für Berufswahl sensibilisiert.
    Ich werde mir darüber klar, was ich beruflich werden will.“
  • Klasse 10:
    „Ich versuche mein berufliches Ziel zu verwirklichen:
    Versetzung – Erwerb der FOR, Qualifikation, frühzeitige,  
    gezielte Bewerbungen.“

Wie

  • Kooperation aller Fachkollegen/innen der Diedrich-Uhlhorn-Realschule, besonders der Klassen-, Deutsch- und Politiklehrer/innen sowie der SW- und PöG-Lehrer/innen
  • Kooperation mit externen Partnern
  • Schüler- und Elterninformationsveranstaltungen

3.1 Jahrgangsstufe 8

Überblick:

  • Potenzialanalyse mit anschließender Auswertung
  • Elterninformationsabend KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss)
  • Berufsfelderkundungstage im 2. Schulhalbjahr
  • Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) in Mönchengladbach
  • Einführung in die Arbeit mit dem Berufswahlpass
  • Girls´/Boys´ Day
  • Besuch der Messe „Berufe live“
  • Check in Day
  • schulische Einzelberatung im Rahmen von KAoA
  • Besuch der Betriebspraktikumsausstellung des 9. Jahrganges (Dokumentationstag)

In der 8. Klasse beginnt die Berufswahlvorbereitung ganz gezielt. Inzwischen können wir auch in dieser Jahrgangsstufe auf ein breites Angebot für unserer Schülerinnen und Schüler zurückgreifen, die auf diesem Wege langsam mit den verschiedenen Elementen der Berufswahl vertraut gemacht werden.

3.2 Jahrgangsstufe 9

Überblick:

  • Monatliche, individuelle Berufsberatung in der Schule (Berufsberaterin der Agentur für Arbeit)
  • Einführung in die Berufswahl (Berufsberaterin der Agentur für Arbeit)
  • Informationsabend für Eltern und Schüler über schulische Bildungsmöglichkeiten an weiterführenden Schulen aus der Region
  • Besuch der Messe „Berufe live“
  • Ausbildungsbotschafter der IHK
  • Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ), Mönchengladbach
  • Kompetenzcheck
  • Dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum
  • Dokumentationstag „Betriebspraktikum“
  • Weiterarbeit mit dem Berufswahlpass
  • Girls´/Boys´ Day
  • schulische Einzelberatung im Rahmen von KAoA
  • Bewerbungstraining der Barmer GEK
  • Besuch der Messe “Vocatium” in Düsseldorf

Ausführliche Informationen über einzelne Berufswahlaspekte:

Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit
Der Kooperationsvertrag mit der Arbeitsagentur besagt, dass unsere Schüler nicht nur in die Räumlichkeiten der Einrichtung kommen, sondern feste Ansprechpartner zu bestimmten Terminen als Berater in unsere Schule kommen.

Die Diedrich-Uhlhorn-Realschule pflegt schon lange eine enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit. Dazu gehören verschiedene Bausteine:

  • Besuch der Berufsberaterin am Anfang der 9
    Zu Beginn der 9. Klasse besucht Frau Friedrich von der Agentur für Arbeit jede Klasse, um mit ihnen gemeinsam den Fahrplan für die Berufsberatung festzulegen.
  • Besuch des Berufsinformationszentrums in Mönchengladbach
    In der 9. Klasse fahren unsere Schülerinnen und Schüler in das Berufsinformationszentrum in Mönchengladbach. Dort erhalten unsere Schüler eine ausführliche Einführung in den Umgang mit dem PC und dem Programm des BIZ. Schüler und Schülerinnen lernen, wie man gezielt mithilfe des Computers seine eigenen Interessen erforschen, passende Berufsbilder finden und Informationen zu Berufen bekommen kann. Dazu gehört auch die Erläuterung der Nutzung der Berufsmappen des BIZ und der Internetseite www.planet-berufe.de. Diese Seite wird auch im Deutsch- und Politikunterricht verwendet.
  • Einzelsprechstunden
    Die Berufsberaterin kommt in regelmäßigen Abständen in die Schule und bietet individuelle Einzelsprechstunden zur Laufbahnberatung der Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse an.
  • Elternabend
    Je nach Bedarf und Interesse bietet die Berufsberaterin einen Elterninformationsabend in der Schule an. Ziel ist es, Eltern zu stärken, ihre Kinder bei der Berufswahl zu unterstützen, ihnen verschiedene Wege aufzuzeigen und mit Fachkenntnissen zur Seite zu stehen.

Berufsbörse an der Diedrich-Uhlhorn-Realschule

Einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Berufswahl ist die Auseinandersetzung und das Kennenlernen verschiedener Berufe. Am Einfachsten ist es hier mit den Berufen aus dem unmittelbaren Umfeld der Schülerinnen und Schüler zu beginnen. So ist es obligatorisch, dass die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Unterrichtsreihe „Berufe erkunden“ den Beruf eines Familienmitgliedes in einem Kurzvortrag vorstellen. Dabei werden nicht nur wichtige Informationen vermittelt, sondern es wird gemeinsam im Vorfeld und auch in der Reflexionsphase über die Art des Vortrages gesprochen. Tipps und Tricks werden vermittelt und erprobt. Das freie Sprechen ist Grundlage für jedes Vorstellungsgespräch oder sonstige Begegnungen mit potentiellen Arbeitgebern. Es ist wichtig, den Schülerinnen und Schülern in diesem Bereich ein gesundes Selbstbewusstsein zu vermitteln und an ihren Stärken und Schwächen in der Präsentation zu arbeiten.

Aus diesem unterrichtlichen Vorhaben ist 2009 an der Realschule Bergheimer Straße die Idee gewachsen, eine Berufsbörse an der Schule zu veranstalten, auf der in erster Linie Eltern den Schülerinnen und Schülern ihre Berufe vorstellen.

Interessierte Eltern geben ihren Erfahrungsschatz an die Schüler weiter. Aufgrund der jährlich durchaus sehr positiven Rückmeldung wurde beschlossen, die Berufsbörse auch am Standort Heyerweg einzuführen.

Die Börse findet am ersten Novemberwochenende statt. Alle 9. Klässler nehmen daran teil. Im Vorfeld der Börse haben sie im Politikunterricht einen Fragebogen erhalten, der ihnen als Leitfaden für das Gespräch dient. Alle Schüler müssen 3 Gespräche über Berufe aus verschiedenen Berufsfeldern führen. Wen die Schüler im Einzelnen wählen, können sie selber festlegen. Dabei ist entscheidend, dass die Gespräche nicht vortragsmäßig ablaufen, sondern es sich um Einzel- bzw. Kleingruppenunterhaltungen handelt. Auf diese Weise werden Hemmungen auf beiden Seiten abgebaut und die Möglichkeit zu einem intensiven Austausch ist eher gegeben.

Die Rückmeldungen der Schüler zeigen, dass Einzelgespräche, die vielen mitgebrachten Materialien und die Auswahl an unterschiedlichen Berufen sehr geschätzt werden. Viele Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in Berufsfelder, die ihnen bisher fremd waren. Andere können die eigenen Vorstellungen von Berufen überprüfen.

Die gemachten Notizen werden im Politikunterricht bearbeitet, verschiedene Berufe dieses Tages werden einander vorgestellt und die Veranstaltung wird gemeinsam reflektiert.

Inzwischen ist die Börse so erfolgreich, dass nicht mehr nur engagierte Eltern, sondern auch ehemalige Schüler und ortansässige Firmen teilnehmen.

Dreiwöchiges Praktikum

Das dreiwöchige Betriebspraktikum ist ein ganz wichtiger und wesentlicher Bestandteil unserer Berufswahlvorbereitung. Hier geht es nicht mehr nur um eine Orientierung, sondern um das Eintauchen in einen Berufszweig, das Teilhaben an typischen Arbeitsabläufen und die vertiefte Auseinandersetzung mit einem Beruf. Aufgrund der Gewichtigkeit dieses Praktikums legen wir großen Wert auf eine intensive Vor- und Nachbereitung.

  • Vorbereitung
    Zur Vorbereitung gehört vor allem im Fach Deutsch gezielt Bewerbungen und Lebensläufe zu besprechen und sie individuell zu verfassen. Viele Praktikumsbetriebe verlangen von ihren potentiellen Praktikanten, dass sie ein Anschreiben und einen Lebenslauf anfertigen.
    Parallel wird im Fach Politik das ganze Halbjahr schwerpunktmäßig das Thema „Arbeit – Arbeitswelt“ behandelt. Hier geht es zum einen um das Erkennen eigener Stärken und Schwächen, das Kennen lernen verschiedener Berufsfelder, aber auch um Strukturen in der Arbeitswelt wie Gewerkschaften, Betriebsräte etc.
    Gleichzeitig bekommen die Schüler schon früh die Formulare für die Praktikumsstellen ausgehändigt, damit sie genug Zeit haben, sich eigenständig einen Platz zu suchen. Die Praktikumsbetreuer helfen gerne, geben Tipps und haben auch immer noch Adressen in der Hinterhand. Dennoch ist das vorrangige Ziel, dass sich jeder Schüler selber kümmert. Dies fördert die Selbstständigkeit.
    Im Politikunterricht werden außerdem noch die rechtlichen Aspekte eines Praktikums besprochen, die betrieblichen Erwartungen mit den eigenen abgeglichen sowie der Erwartungshorizont für die Praktikumsmappe abgesteckt.
  • Durchführung
    In den drei Wochen des Praktikum hat jeder Schüler einen Ansprechpartner und Betreuer an der Schule. Dieser besucht den Praktikanten nach Möglichkeit zwei Mal. In Gesprächen mit dem Praktikanten und dem dortigen Betreuer werden das Praktikum und die individuelle Situation des Schülers beleuchtet.
  • Systematische Dokumentation der im Praktikum gemachten Erfahrungen im Praktikumsordner
    Während des Praktikums müssen die Schüler einen Praktikumsordner anlegen, in dem sie Informationen über ihren Arbeitsplatz sammeln und Erkundungen über Arbeitsumfeld, Arbeitsplatz, Ausbildung und Arbeitsabläufe machen. Diese Dokumentation über den Zeitraum von drei Wochen soll die persönliche Entwicklung während des Praktikums und die gemachten Beobachtungen nach einem festen Schema festhalten. Die Schüler bekommen im Rahmen des Politikunterrichts eine Einweisung und Anleitung, wie der Ordner systematisch zu führen ist. Innerhalb der Vorgaben können die Schüler ihre Praktikumsmappe individuell gestalten. Auf diese Weise lernen die Schüler zum einen, sich an klare Regeln zu halten, aber zum anderen auch, Freiräume für sich und ihre persönlichen Vorstellungen zu nutzen.
  • Dokumentationstag
    Als Schule legen wir großen Wert darauf, dass das Praktikum nicht nur gut vor-, sondern vor allem auch intensiv nachbereitet wird. Ein Baustein ist der Dokumentationstag, an dem die Schüler und Schülerinnen Plakate erstellen, auf denen die wichtigsten Informationen zum Beruf präsentiert werden. Dabei arbeiten die Schülerinnen und Schüler, die einen ähnlichen oder gleichen Praktikumsplatz hatten, gemeinsam. Hier können die Schülerinnen und Schüler ihre Teamfähigkeit und Methodenkompetenz beweisen und vertiefen. Zum einen sollen die Plakate anschaulich und verständlich gestaltet werden und zum anderen müssen die Schülerinnen und Schüler sich auf einen kleinen Kurzvortrag vorbereiten, der am Ende des Tages in Form eines Galerieganges den Achtklässlern präsentiert wird.
  • Nachbereitung im Unterricht
    Neben dem Dokumentationstag wird auch im Politikunterricht das Praktikum noch einmal aufgegriffen. Hier geht es besonders um den Unterschied zwischen Erwartung und Realität und darum, ob der ausgesuchte Beruf immer noch ein „Traumberuf“ ist.

Häufig empfehlen wir gerade den unsicheren Schüler ein weiteres, freiwilliges (Ferien-)Praktikum in einem anderen Bereich.

Kooperation mit der BARMER GEK - Trainieren von Vorstellungsgesprächen

Nachdem die Schüler Einstellungstests kennen gelernt haben, ist es nur konsequent auch den nächsten Schritt, ein mögliches Bewerbungsgespräch, mit einem Kooperationspartner zu trainieren. Außenstehende haben auf Schüler hier eine motivierende und glaubhaftere Wirkung.

Aus dem Team der BARMER GEK besuchen uns für je einen halben Vormittag Mitarbeiter, die mit unseren Schülern gezielt das Verhalten in Vorstellungsgesprächen trainieren.

Dabei geht es nicht nur um das Präsentieren von Inhalten, sondern vor allem um die Eigenpräsentation, Umgangsformen und Verhaltensweisen. Wichtig ist hier, dass nicht nur vorgemacht wird, sondern die Schüler selber zeigen müssen, wie sie sich in bestimmten Frage- und Vorstellungssituationen darstellen und präsentieren.

Messe „Berufe live“

„Berufe live“ ist eine Messe, die jährlich an unterschiedlichen Standorten in NRW stattfindet. Sofern sie für unsere Schüler mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, fahren wir mit interessierten 9. zu dieser Veranstaltung. Ziel ist es, dass die Schüler und Schülerinnen sich eigenständig von Experten über verschiedene Berufe informieren lassen. Wichtig ist uns, unseren Schülern hier ein möglich breites Spektrum an verschiedenen Berufsfeldern anbieten zu können. Jeder Schüler entscheidet selber, an welchem Stand er sich informiert. Weiter gibt es die Gelegenheit, Kontakte für eine Praktikums- oder gar Ausbildungsstelle zu knüpfen. Für die „Daheimgebliebenen“ sammeln Lehrer und Schüler Informationsmaterial, das allen Schülerinnen und Schülern zugängig gemacht wird.

Chancen im Rheinland (Vocatium)

Chancen im Rheinland (vocatium im Rheinland) findet einmal im Jahr statt und setzt sich ein anderes Ziel als die Messe „Berufe live“. Der Veranstalter (Das Institut für Talententwicklung) setzt nicht auf eine unverbindliche breite Information, sondern auf eine gut vorbereitete, gezielte Kontaktaufnahme zwischen Schülern und Schülerinnen und den Unternehmen. Mithilfe eines ausführlichen Handbuchs, indem sich jede Firma vorstellt, können die Schüler sich schon im Vorfeld der Messe vorbereiten. Mitarbeiter der Messe kommen einmal in die Schule in den Politikunterricht, um das Vorgehen auf der Messe genauer zu erläutern und um dann gezielt Gesprächstermine mit einzelnen Unternehmen zu vereinbaren. Durch diese Verbindlichkeit können die Schüler sich auf der Messe nicht nur informieren, sondern auch Vorstellungsgespräche üben und reale Situationen der Berufswelt erleben. Häufig besteht sogar die Möglichkeit Bewerbungsmappen abzugeben oder Kontakte für spätere Bewerbungen zu knüpfen.

Weiter bietet Chancen im Rheinland die Organisation von Betriebsbesichtigungen für ganze Klassen an.

3.3 Jahrgangsstufe 10

  • Monatliche, individuelle Berufsberatung in der Schule (Berufsberaterin der Agentur für Arbeit)
  • Informationen über weiterführende Schulen (Berufsberaterin der Agentur für Arbeit)
  • Informationsabend für Eltern und Schüler über schulische Bildungsmöglichkeiten an weiterführenden Schulen aus der Region
  • Assessment-Center (Sparkasse Neuss)
  • Bewerbertraining (Barmer GEK)
  • BBZ stellt sich vor
  • Berufswahlpass
  • schulische Einzelberatung im Rahmen von KAoA
  • Einstellungstests üben

3.4 Zusammenfassende Informationen

Deutsch – Politik – Sozialwissenschaften – Klassenlehrer/innen

  • Bewerbungsschreiben und Lebenslauf
  • Einführung in die Arbeitswelt und ihre Anforderungen
  • Vorbereitung und Durchführung eines dreiwöchigen Betriebspraktikums
  • Nachbereitung, u.a. Beurteilung der Praktikumsmappe
  • Berufsfindung mit Materialien der Arbeitsagentur; „Planet-Beruf“ (Heft, www.planet-beruf.de), „Beruf aktuell“
  • Arbeit mit dem Berufswahlpass
  • Besuch von Berufsinfobörsen
  • Simulation von Vorstellungsgesprächen
  • Üben von Einstellungstests

Externe Kooperationspartner

  • Nachhaltige Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern
  • Agentur für Arbeit mit Berufsberaterin Frau Friedrich
    • Berufsinformationszentrum (BiZ)
    • Barmer GEK
    • Sparkasse Neuss
  • Peiffer
  • INEOS
  • Beratungsmöglichkeiten am Elternsprechtag

4. Evaluation und Ausblick

Das Berufswahlorientierungskonzept wird jährlich durch das zuständige Lehrerteam evaluiert und entsprechend der Gegebenheiten angepasst.

                                                                                                                                                     

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